Individualized Diabetes Type 2 Management

1.5.3 Depressive Symptome bei Diabetes-Patienten

Das Problem bei der „Dia-Pression“-Behandlung

In Situationen, in denen Ärzte die Depression der Patienten nicht erkennen, kann es
geschehen, dass Patienten als „Versager“ gesehen werden oder als „Patienten, die
somatisieren“ oder schlicht als „schwierige Patienten“. Es kann auch sein,
dass die Patienten kritisiert werden, dass sie „ihren Diabetes nicht ernst nehmen“
und eine „unzureichende Selbst-Therapie“ durchführen.

  • In Zukunft werden immer mehr Patienten mit chronischen Krankheiten in Verbindung mit Diabetes bei den Ärzten erscheinen; es ist hier notwendig, von vornherein die Enttäuschung und Frustration bei Patienten, die immer mehr ansteigt, und Mängel in der Kommunikation durch den steigenden Kostendruck und die immer geringer werdende Zeit für den Patienten zu vermeiden.
  • Die Unzufriedenheit der Patienten mit der gesundheitlichen Versorgung nimmt in vielen Ländern extrem und in allen Ländern deutlich zu – bis hin zu solchen Aussagen wie „ein Albtraum, sich im Gesundheitswesen zurechtzufinden und an die richtige Behandlung zu kommen“. 7)

Optionen für eine erfolgreiche Behandlung von „Dia-Pression“

Ärzte müssen sich konzentriert und schnell in den Patienten, der vor ihnen sitzt, „hineinversetzen“ und seine Erfahrungen validieren können:

  1. Schritt: Die zugrunde liegende Eigenanalyse des Patienten zu seinem Energiehaushalt und seiner emotionalen Situation [mit Hilfe des „InDiMa 4 Stufen Patienten-Kommunikations-Systems“ und im Falle
    depressiver Symptome mit bewährten Instrumenten wie den Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-9)] erscheint als gültige Grundlage für die erfolgreiche Behandlung von „Dia-Pression“.
  2. Schritt: Patienten-Ermutigung und gemeinschaftliche Betreuung
    („Collaborative Care“) mit der Einbeziehung des Patienten in einen
    gemeinsamen Ansatz ist der nächste Schritt.
  3. Schritt: Die Richtlinien des leicht verständlichen „4 Stufen Patienten
    Kommunikations-Systems“ helfen dem Patienten, alle vier Quellen zu
    nutzen:

    • Quelle 1: Internet-gestützte Information und Eigentraining
    • Quelle 2: Zusammenarbeit mit Partner, Familie und Freunden
    • Quelle 3: Diabetes & Depression Selbsthilfe-Gruppen
    • Quelle 4: Arzt, Psychologe und Diabetes-Team